Künstliche Intelligenz
In diesem Artikel geht es nicht nur um den Atari, sondern um verschiedene Ansätze der Microcomputerzeit, künstliche Intelligenz zu simulieren. Bereits für den Amiga gab es ein unterhaltsames Programm mit Sprachausgabe, das denn Namen Dr. Saidso trug. Für den PC gab es eine abgekupferte Variante mit dem Namen Dr. SBaidso, was auf den Namen der damals prominenten Soundkarte, dem Soundblaster beruhte. Der PC als solcher konnte ja nur piepsen (mal von 6-Bit AD-Wandlern abgesehen, die mit flirrendem Beiklang auch mehr konnten). ERrst mit den Adlib, und dann Soundblasterkarten konnte man dem PC auch eine anständige Sprachausgabe entlocken.
Jedenfalls erschien Dr. Saidso tatsächlich intelligent, weil er ein Gedächtnis hatte und vormals erwähnte Begriffe immer wieder in anderer Form ins Spiel brachte und so zu Erstaunen anregte. Nach einigen Abenden jedoch wiederholten sich die Sätze, sodass man sich wie in einer Schleife drehte und wenig wirklich neues kam.
Einen anderen Ansatz bot ein einfaches Expertensystem, das als abtippbares Listing in einem 64er Heft erschien. Leider ist mir dessen Name entfallen, sodass ich über einen Hinweis in der Kommentarfunktion sehr dankbar wäre
Dieses Expertensystem begann mit einfachen Fragen, nach der Eigenschaft eines Gegenstandes. Mit jedem nein merkte es sich diese Antwort, sodass im Laufe der Zeit ein ansehnlicher Entscheidungsbaum entstand. Man beachte, dass sich all dies auf einem 8Bitter abspielte, der eine .REL Datenbankdatei mit den Antworten speiste.
Heute gibt es ein nettes Onlinespiel, das in ähnlicher Weise funktioniert: Ein Flaschengeist stellt einem wenige Fragen und errät darauf hin eine Person, einen Gegenstand oder ähnliches. Auch dessen Name ist mir leider entfallen ![]()
Was bleibt? Eigentlich scheint sich seit den 80er Jahren wenig geändert zu haben: Die Computer scheinen nicht schlauer, aber langsamer geworden zu sein, wirkliche Intelligenz ist weiterhin nicht zu finden. Tatsächlich hat noch kein einziges Programm den Turing-Test bestanden, bei dem ein Mensch mit einem Computerterminal als Medium zwischen einer künstlichen Intelligenz und einem humanen Chatpartner unterscheiden soll. Selbst wenn es eines Tages gelingt, die logischen Antwortanteile perfekt zu simulieren, so bleiben zum einen emotionale Momente, oder gar spirituelle Antworttendenzen, die ein Computer nicht simulieren kann. Doch spätestens seit dem Film iRobot, in dem ein Robotor sogar träumte, und gar von seiner Freiheit träumte kann man sich vielleicht doch vorstellen, dass schiere Rechenpower ein Bewusstsein darstellen kann – Schließlich ist unser Gehirn ja auch nur ein Substrat, auf dem Prozesse ablaufen. Oder? Wer weiß, ob einem beim nächsten Reiki Kurs in Hamburg nicht auch mal ein Roboter gegenübersitzt
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