Atari – Messe

Atari forever

5. Dezember 2009

Künstliche Intelligenz

In diesem Artikel geht es nicht nur um den Atari, sondern um verschiedene Ansätze der Microcomputerzeit, künstliche Intelligenz zu simulieren. Bereits für den Amiga gab es ein unterhaltsames Programm mit Sprachausgabe, das denn Namen Dr. Saidso trug. Für den PC gab es eine abgekupferte Variante mit dem Namen Dr. SBaidso, was auf den Namen der damals prominenten Soundkarte, dem Soundblaster beruhte. Der PC als solcher konnte ja nur piepsen (mal von 6-Bit AD-Wandlern abgesehen, die mit flirrendem Beiklang auch mehr konnten). ERrst mit den Adlib, und dann Soundblasterkarten konnte man dem PC auch eine anständige Sprachausgabe entlocken.
Jedenfalls erschien Dr. Saidso tatsächlich intelligent, weil er ein Gedächtnis hatte und vormals erwähnte Begriffe immer wieder in anderer Form ins Spiel brachte und so zu Erstaunen anregte. Nach einigen Abenden jedoch wiederholten sich die Sätze, sodass man sich wie in einer Schleife drehte und wenig wirklich neues kam.
Einen anderen Ansatz bot ein einfaches Expertensystem, das als abtippbares Listing in einem 64er Heft erschien. Leider ist mir dessen Name entfallen, sodass ich über einen Hinweis in der Kommentarfunktion sehr dankbar wäre ;-) Dieses Expertensystem begann mit einfachen Fragen, nach der Eigenschaft eines Gegenstandes. Mit jedem nein merkte es sich diese Antwort, sodass im Laufe der Zeit ein ansehnlicher Entscheidungsbaum entstand. Man beachte, dass sich all dies auf einem 8Bitter abspielte, der eine .REL Datenbankdatei mit den Antworten speiste.
Heute gibt es ein nettes Onlinespiel, das in ähnlicher Weise funktioniert: Ein Flaschengeist stellt einem wenige Fragen und errät darauf hin eine Person, einen Gegenstand oder ähnliches. Auch dessen Name ist mir leider entfallen ;-)
Was bleibt? Eigentlich scheint sich seit den 80er Jahren wenig geändert zu haben: Die Computer scheinen nicht schlauer, aber langsamer geworden zu sein, wirkliche Intelligenz ist weiterhin nicht zu finden. Tatsächlich hat noch kein einziges Programm den Turing-Test bestanden, bei dem ein Mensch mit einem Computerterminal als Medium zwischen einer künstlichen Intelligenz und einem humanen Chatpartner unterscheiden soll. Selbst wenn es eines Tages gelingt, die logischen Antwortanteile perfekt zu simulieren, so bleiben zum einen emotionale Momente, oder gar spirituelle Antworttendenzen, die ein Computer nicht simulieren kann. Doch spätestens seit dem Film iRobot, in dem ein Robotor sogar träumte, und gar von seiner Freiheit träumte kann man sich vielleicht doch vorstellen, dass schiere Rechenpower ein Bewusstsein darstellen kann – Schließlich ist unser Gehirn ja auch nur ein Substrat, auf dem Prozesse ablaufen. Oder? Wer weiß, ob einem beim nächsten Reiki Kurs in Hamburg nicht auch mal ein Roboter gegenübersitzt ;-)

5. November 2009

Atari Emulator fürs iPhone?

Gerade stöbere ich durch die Weiten des Internet, um einen Atari ST-Emulator für mein iPhone zu finden. Es gibt zwar einen C64-Emulator, jedoch scheint sich noch niemand für den Atari die Mühe gemacht zu haben. Sicher stellt sich die Frage nach dem Sinn eines solchen Emulators. Beim C64 standen für die meisten Nutzer Spiele im Vordergrund, Jugenderinnerungen werden mit C64-Spielen verbunden. Der ST war da schon ein ernsthafterer Geselle, gerade im Grafik- und Musikbereuch war er sehr beliebt. Da macht es vielleicht einfach wenig Sinn, auf der kleinen iPhone-Glotze einen ST nachzubauen. Wenn Ihr aber etwas in der Form findet, freue ich mich über einen Kommentar…

20. September 2009

Atari forever!

Kein Computerhersteller (nein auch nicht Commodore!) hat die Welt so geprägt wie Atari. Es ging los mit den ersten Spielkonsolen, die den Fernseher zu etwas interaktivem machten: Ich konnte selbst dafür sorgen, und zwar mit anderen gemeinsam, dass etwas spannendes aus der Bildröhre kommt. Das mag heute niemanden mehr vom Hocker reißen, doch vor gar nicht vielen Jahren kam das einer Revolution gleich. Doch Atari ruhte sich nicht auf seinen Lorbeeren aus, es folgte nach einer halben Ewigkeit des Spielens und Wartens endlich der Atari ST. Der ST war seiner Zeit komplett voraus: Er konnte im Audiobereich mit Profi-Musik Hardware mithalten und wurde auch als solche eingesetzt. Der ST konnte HiRes Grafik anzeigen, also 640×350 Punkte, und das mit 512 Farben. Im Vergleich dazu konnte der äußerst beliebte Commodore 64 nur 320 x 200 Pixel darstellen, sollte es farbig sein, gar nur alberne 160 x 200 Bildpunkte. Als dann nach längerer Zeit Commodore den Puls der Zeit erkannte, und den Amiga auf den Markt schmiss, ging es für den Atari ST noch lange nicht zuende. Es kam der STE 1024 heraus und zahlreiche große Brüder, die mit Festplattenlaufwerken und Erweiterungssteckplätzen ausgestattet waren. Noch heute haben zahlreiche Musiker einen Atari ST im Einsatz und wechseln nur sehr zögerlich auf modernere Technik. Das liegt vor allem daran, dass Ataris laufen: Sie sind tatsächlich echtzeit tauglich, stürzen bei Konzerten nicht ab, sind einfach zu bedienen. Also lieber Besucher, ich freue mich, dass Du Dir die Zeit genommen hast, um meinen alten Geschichten zu lauschen.

Beste Grüße
Simon