Welt der Befestigungslösungen
Kunststoff ermöglicht die Herstellung komplexer und trotzdem preisgünstiger Befestigungselemente. Dadurch hat er die Welt der Befestigungslösungen stark verändert. Kunststoffdübel haben die Befestigung von Schrauben in Mauerwerk revolutioniert, Spreizniete ersetzen zeitaufwändige Verschraubungen und Kabelbinder haben das Binden von Kabelbäumen extrem vereinfacht und sich viele weitere Anwendungsgebiete erobert.
Die Welt der Kunststoffdübel
In Deutschland wurde der Kunststoffdübel 1958 von Artur Fischer patentiert und danach auch unter dem Namen Fischer-Dübel bekannt. Der erste Dübel war aus einem Spritzgussrest handgefertigt. Das zylindrische Teil wurde angebohrt, mit einer Säge geschlitzt und mit der Feile eingekerbt. Seinen Erfolg verdankt er aber der preisgünstigen Massenfertigung als Spritzgussteil. Bis zum Ablauf des Patents war das universelle Befestigungselement jahrzehntelang nahezu einzigartig. Inzwischen sind eine Reihe von Varianten mit spezialisierteren Anwendungbereichen hinzu gekommen.
Der Spreizniet – ein integrales Befestigungselement
Im Gegensatz zum Dübel, der nur die Möglichkeit zur Befestigung einer Schraube bietet, sind bei Spreiznieten alle Teile integriert, die zur Herstellung der Verbindung notwendig sind. Sie stellen damit eine Befestigungslösung dar, die sehr einfach anzuwenden ist.
Spreizniete sind ebenfalls eine Erfindung der 50er-Jahre. Sie werden genau wie Kunststoff-Dübel und Kabelbinder aus Polyamid hergestellt, einem Kunststoff der 1935 erfunden und unter der Bezeichnung Nylon bekannt wurde – ursprünglich ein Markenname der Firma DuPont. Diese Befestigungselemente haben sich besonders im Automobilbau, beispielsweise für die Befestigung von Innenverkleidungen, einen Markt erobert, da sie viel einfacher zu montieren sind als andere Elemente, wie zum Beispiel Schrauben.
Nicht nur Kabel – die Welt des Kabelbinders
Kabelbinder gibt es ebenfalls seit fast 55 Jahren. Die ersten Befestigungselemente dieser Art hatten ein glattes Band und eine Zunge aus Edelstahl im Verschluss, die sich beim Schließen des Kabelbinders in das Band einschnitt. Diese Form von Kabelbindern ist zwar immer noch im Angebot, durchgesetzt haben sich inzwischen aber einteilige Varianten mit einem verzahnten Band und einer Kunststoffzunge.
Doch trotz dieser simplen und erfolgreichen Konstruktion, gibt es immer noch grundlegende Verbesserungen. Bei herkömmlichen Kabelbindern ist zum Anlegen ein Umgreifen erforderlich, da das freie Ende des Kabelbinders vor dem Festziehen zuerst durch den Verschluss gesteckt werden muss. Hier gibt es eine Neuentwicklung mit einem geschlitzten Verschluss, der es ermöglicht diese beiden Arbeitsgänge in einem Zug durchzuführen.
Der ursprüngliche Anwendungsbereich des Kabelbinders hat sich inzwischen sehr vergrößert. Insbesondere da, wo Dinge nur für eine bestimmte Zeit, aber sicher befestigt werden müssen, wird er eingesetzt. Zum Beispiel findet man ihn im Baugewerbe, wo er Schutznetze oder Planen an Gerüsten befestigt. Auch zeitweilig angebrachte Verkehrsschilder und Wahlplakate hält er fest. Man kann ihn aber auch im Haushalt, zum Verschließen von Plastiktüten einsetzen.
Nicht wegzudenken aus der Elektronik
Eine weitere Befestigungslösung aus Kunststoff findet man in einem Einsatzgebiet, das dem des Kabelbinders verwandt ist, im Computer. Hier werden zum Beispiel Mainboards durch Abstandhalter aus Kunststoff abgestützt, die einfach in vorgefertigte, genormte Löcher eingeklipst werden können. Dadurch wird bei der Montage viel Zeit eingespart. Aus nichtleitendem Material hergestellt, können solche Abstandhalter auch gleichzeitig als Isolierung eingesetzt werden.
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